Buchtipps mit Herz: RAQUEL J. PALACIO – WUNDER

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Wunder* kaufte ich in der Buchhandlung am Bahnhof, als ich gerade nach Hause fahren wollte. Es war einer dieser typischen Mir ist langweilig-Käufe: Sieht schön aus, Klappentext klingt gut – passt. Man erwartet eigentlich nicht viel…

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, klar, ich mache normale Sachen. Ich esse Eis. Ich fahre Fahrrad. Ich spiele Ball. Ich habe eine Xbox. Solche Sachen machen mich normal. Nehme ich an. Und ich fühl mich normal. Innerlich. Aber ich weiß, dass normale Kinder nicht andere normale Kinder dazu bringen, schreiend vom Spielplatz wegzulaufen.

… und dann kommt sowas.
August hat einen seltenen Gendefekt, der sein Gesicht entstellt hat und dazu geführt hat, dass er schon mehrfach operiert wurde. In seinen eigenen Worten: “Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer.” Da seine Mutter ihn bisher zu Hause unterrichtet hatte, sind Augusts soziale Kontakte eingeschränkt. Neue Bekanntschaften macht er nicht einfach so, da er das Tuscheln der Anderen hört und die seltsamen Blicke spürt. Umso schlimmer erscheint ihm daher die neuste Idee seiner Eltern: eine öffentliche Schule.

Ich glaube, es ist so: Der einzige Grund dafür, dass ich nicht normal bin, ist der, dass mich niemand so sieht.

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Raquel J. Palacio hat für Wunder* keine lange, ausschweifende Storyline parat, sondern „nur“ Augusts erstes Schuljahr, das natürlich nicht problemlos beginnt. Wie wir alle wissen können Kinder grausam sein. So muss August sich zunächst wieder mit Tuscheln und starrenden Blicken, später aber auch mit Boshaftigkeiten und auseinandersetzen. So muss er sich nicht nur an ein neues Umfeld, sondern auch an die Selbstständigkeit gewöhnen. War Auggie bisher unter Unbekannte getreten, hatte er immer jemanden mit der ihn verteidigte. Sei es seine große Schwester Via, die sofort Partei für ihn ergreift oder seine Eltern, die sonst für ihn einstehen. Palacio lässt uns also bei etwas sehr Wichtigem zuschauen: Beim Selbstständig und Erwachsenwerden. August kann nämlich viel mehr, als das, was er sich zunächst zutraut.

Wirst du immer so aussehen, August? Ich meine, kannst du irgendwann mal Schönheitsoperationen kriegen oder so was?” Ich grinste und zeigte auf mein Gesicht. “Hallo? Ich hatte Schönheitsoperationen, siehst du das nicht?” Jack schlug sich mit der Hand vor die Stirn und fing hysterisch an zu lachen. “Oh Mann, den Arzt solltest du unbedingt verklagen!”, gluckste er.

Um Wunder* den perfekten eigenen Touch geben zu können, hat Palacio nicht nur die August-Ich-Perspektive gewählt, sondern den Fokus erweitert. Zwar erzählt vor allem August, aber auch seine große Schwester Via, deren Freund Justin und Augusts Freunde Jack und Summer lässt die Autorin zu Wort kommen. Jeder Charakter darf in mehreren Kapiteln seine Sicht der Dinge dem Leser anvertrauen und genau das macht die Geschichte so interessant: Wie ist es neben August aufzuwachsen? Wie ist es in der Schule oder zuhause, wenn Auggie nicht dabei ist? Genau durch diesen Kniff wird das Buch zu etwas Besonderem.

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Wunder* lässt einen nachdenklich werden und über die eigenen Taten und Worte nachdenken. Auch, wenn die Zielgruppe hauptsächlich auf Kinder abzielt, berührt es mit Sicherheit auch die älteren Leser. Man liest es schnell, gerade durch die kurzen, knappen Kapitel hat man immer wieder das Bedürfnis „nur noch eine Seite“ weiter lesen zu wollen, bis es dann auf einmal wie mit einem Knall aufhört. Man legt es seufzend beiseite und ist aufgewühlt, bewegt und zu Tränen gerührt. Einfach WUNDERvoll.

Astrid

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Hach, liebe Asu, wie oft hatte ich dieses Buch schon in der Hand! Und habe es doch nie gekauft, weil ich sehr unsicher war, ob es mir gefallen würde. Jetzt weiß ich, dass ich einen Abstecher in die Buchhandlung meines Vertrauens machen muss, um es einfach zu kaufen. Danke dir dafür!

Alles Liebe,

Katja

Ein Mädelswochenende in Hamburg und der perfekte Reisebegleiter.

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Hallo, meine Lieben!

Nein, dieses ist keine Kooperation, kein gekaufter Artikel, kein Schmuh. Dieses ist einfach ein Bericht meines tollen Wochenendes, eine kleine Ode an die Freundschaft und die Aufforderung, nie wieder ohne Reiseführer zu verreisen!

Aber alles auf Anfang.

Meine Liebe zu Hamburg geht weit in meine Teenie-Zeit zurück. Aus der norddeutschen Provinz waren es nur 1 1/2 Stunden Zugfahrt bis in die große Stadt. Ich habe viel Zeit in Hamburg verbracht, damals allerdings eher auf Konzerten, als zum Zwecke der kulturellen Berieselung. Heute brauche ich 2 1/2 – 3 Stunden mit dem Zug und empfinde das als Luxus, es könnte noch viel schlimmer sein…

Ihr merkt es wahrscheinlich schon: ich kann nicht ohne Hamburg! Mindestens einmal im Jahr möchte ich in diese lebendige Stadt fahren und ein paar Tage (und Nächte) dort verbringen. Wenn man, wie ich, auf dem Land wohnt, braucht man einfach manchmal das krasse Gegenteil: viele Menschen, verrückte Menschen und ganz viel tolle Dinge zum Angucken.

Und so kam es, dass mich neulich das “Hamburgweh” überkam und ich mit der Besten gemeinsam ein Wochenende dort verbringen wollte. Und musste. Wir checkten also im Motel One in der Nähe vom Hauptbahnhof (sehr praktisch, weil U-Bahn-Station direkt vor der Tür… hätten wir das mal gewusst, als wir mit unseren schweren Koffern zu Fuß hingerollert sind…!) ein und freuten uns auf ein paar erholsame Tage.

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Nun… Erholung ist vielleicht nicht das richtige Wort für unsere kleine Erlebnistour, bin ich doch am Sonntag recht erschöpft wieder Zuhause eingetrudelt. Aber wir hatten Spaß und haben viel gesehen, das tut mindestens genauso gut. Am Samstag sind wir doch tatsächlich 17 km weit durchs Schanzenviertel gelaufen. Ich bin stolz auf uns!

Aber zurück zu meiner Hamburgliebe und dem Grund für diese originelle Überschrift: Seit ein paar Jahren bin ich großer Fan von Reiseführern, das muss ich an dieser Stelle einfach mal ungeniert zugeben. Was für mich früher der Inbegriff von Spießigkeit war, hat sich jetzt – im Alter also – als äußerst nützlich herausgestellt. Und ganz besonders muss an dieser Stelle einmal der tolle 100% Hamburg* Reiseführer hervorgehoben werden.

Ich wollte eigentlich schon vor zwei Jahren über diesen Reiseführer berichten, habe es aber bis jetzt noch nicht geschafft. Wird aber jetzt nachgeholt.

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100% Hamburg* – was ist drin?

Insgesamt findet ihr zur jedem Stadtviertel mehrere Seiten mit Vorschlägen und Entdeckungen rund um’s Essen, Shoppen und natürlich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten werden empfohlen. Außerdem wartet am Ende eines jeden Kapitels eine Stadtteilkarte auf euch, auf der die Empfehlungen noch einmal markiert sind. Für das “100% Erlebnis” ist sogar ein Spaziergang durch’s Viertel eingezeichnet. Und ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen: Das Nachlaufen der Spaziergänge macht gleich doppelt Spaß, weil man immer wieder Ecken entdecken kann, an denen man sonst garantiert vorbei gelaufen wäre.

Der Titel hält meiner Meinung nach voll und ganz, was er verspricht. Als Reisender jedenfalls, der auf der Suche nach Shopping- und Restauranttipps ist und das Besondere kennenlernen will, ist er der perfekte Begleiter! Woher sonst hätten wir wissen sollen, wo man im Karolinenviertel am Samstag Nachmittag noch Frühstück essen gehen kann? (Antwort: hier!) Oder wer sonst hätte uns verraten, wo der retroigste aller Photoautomaten Hamburgs steht? (Antwort: Schanzenviertel, in der Nähe von LokalDesign – ich habe mir die Finger wund gegoogelt, finde aber keine tolle Website dazu… da sieht man mal wieder, wozu ein Reiseführer auch gut sein kann!)

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Übirgens: der Kategorie “100% there” gehört besondere Beachtung geschenkt, denn hier findet der aufmerksame Leser kleine, aber feine Tipps, die den Hamurg-Aufenthalt noch spannender machen! 100 prozent hamburg_1
Außerdem findet ihr eine ausklappbare Hamburg-Karte im hinteren Teil des Buches, das hat uns bei der Orientierung immer sehr geholfen. Passend zum Buch gibt’s auch eine App, die man sich herunterladen kann. Ich habe sie nicht runtergeladen und daher keinerlei Erfahrung hinsichtlich der Qualität. Dem Buch nach zu urteilen, gehe ich aber davon aus, dass die App gut ist.

Meine persönlichen Hamburg-Tipps?!

Wer in Hamburg ist und sich ein bisschen für die alternative Szene interessiert, ist mit einem Abstecher ins Schanzenviertel gut beraten. Ich gehe immer wieder gern dort hin und mag die Atmosphäre jedes Mal wieder!

Wir haben noch nie einen Tisch bei “Herr Max” bekommen, deswegen kann ich nicht beurteilen, wie gut der Kaffee und die Kuchen dort sind. Ich habe aber gehört, ein Besuch lohnt sich. Steht auch in meinem Reiseführer! Ich war aber wohl schon bei “Hallo Kleines!”, im “Saal II” und natürlich im oben schon gehuldigten Mekka der Nachteulen – im “Café Klatsch”. Ich habe auch schon Tim Mälzer in der “Bullerei” angehimmelt. Ja, er war wirklich da! Wir waren an einem Sonntagabend in der “Bullerei”, der Freund mutmaßte seinerzeit, dass – wenn überhaupt – der Maestro doch wohl an einem Sonntag in seinem eigenen Restaurant zugegen sei. Und was soll ich sagen? Er hat recht gehabt! Ich weiß natürlich nicht, ob das damals nur die große Ausnahme von der Regel war. Das Essen war, nebenbei bemerkt, auch wirklich gut.

Der Schanzenflohmarkt, der jeden Samstag in der Schlachthofpassage stattfindet, ist natürlich ein Muss! Dann könnt ihr auch gleich weiter laufen, Richtung Rote Flora (mit Verlaub gar nicht so beeindruckend, wie ich immer dachte…) oder klettern gehen am Kilimanschanzo (ein alter Bunker, der zum Kletterberg umfunktioniert wurde) oder vielleicht auch einfach nur ein paar Fotos im Photoautomat knipsen!

Ganz besonders toll fand ich allerdings eine Alsterrundfahrt der besonderen Art: einen Dämmertörn! Bei schummerigem Licht sind wir die Alster entlang geschippert, und zwar da, wo es interessant wird! Wir haben das Villenviertel auf dem Wasser erkundet und das hat mir aus vielerlei Gründen sehr gefallen. Absolute Empfehlung!

Und wem die Hochhäuser zu hoch und die Teerstraße zu wenig grün ist, dem lege ich ans Herz, in den Sommermonaten (oder überhaupt) in den “Planten un Blomen” Park zu gehen. Dort gibt es nicht nur viel zu entdecken, sondern vor allem auch eine gratis Wassershow am Abend, die, begleitet von Musik, ein richtiges Sommerhighlight ist. Als wir uns das Spektakel angesehen haben, kamen wir uns eher wie auf einem Volksfest vor, so viele Menschen waren da!

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Ach, Hamburg – ich mag dich.

Welche weiteren Reiseführer es gibt, könnt ihr übrigens hier nachlesen. Ich empfehle mittlerweile Jedem, der gern besonders verreisen will, diese Reihe und bekomme immer wieder positive Rückmeldungen.

Verreist ihr eigentlich gern?! Eher weiter weg oder – wie ich – auch gern einfach mal nach Hamburg?! Wo wart ihr denn das letzte Mal?!

Alles Liebe und viel Spaß beim (spießig) Verreisen!

Katja

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Linkliebe.

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Hallo, ihr Lieben!

Nach ein paar tollen Tagen in Hamburg finde ich mich Zuhause wieder und freue mich an meinem ruhigen Landleben. Ich kann die Stadt ganz gut aushalten, aber nicht länger, als ein paar Tage am Stück. Einmal Landei, immer Landei. Was habt ihr an diesem Wochenende erlebt?!

Ich habe viel gelacht, viel getanzt und viel geshoppt. Alle paar Monate darf man das! Und jetzt bin ich wieder Zuhause und klicke mich durch meine liebsten Blogs, deren tollen Beiträge ich euch natürlich nicht vorenthalten will…

1. Wir haben keine Garderobe. Und schonmal gar keinen Garderobenständer. Das mit dem Platz könnte ein Problem werden, aber dieser DIY-Garderobenständer gefällt mir richtig, richtig gut!

2. Wie schön so eine Sommerhochzeit doch sein kann!

3. Ich gucke mir sehr gern Fotos an, das wisst ihr mittlerweile. Dieses Foto hier ist so unglaublich einzigartig. Hach, man will sich direkt mit unter den “Schirm” stellen.

4. Seid euch sicher: irgendwann baue ich meine eigene Pinata! (Wie macht man eigentlich die “Welle” über dem N?!)

5. Fotospielzeug, Fotospielzeug, FOTOSPIELZEUG!!!!!

6. Was man alles mit einem Pott Farbe so machen kann, könnt ihr hier sehen.

7. Ich sag’s euch: wir sollten alle viel mehr schummeln!

8. Süßes und Saures macht lustig. Oder?!

9. Backt Jemand von euch eigentlich gern Brot? Könnte dieser Jemand mir bitte genau dieses Nuss-Brot jetzt backen?! Also sofort so?! Ich kann es förmlich riechen….!

10. In Hamburg kommt man eigentlich an dem Label “Platte Anna” nicht vorbei. Ich leg’s euch ans Herz, denn schöne Dinge kann man ja bekanntlich nie genug haben.

Nun ist der Sonntag schon fast rum und ich hoffe, ihr genießt das restliche Wochenende bei einer Tasse Tee und am besten mit herzigen Menschen.

Alles Liebe,

Katja