Bloggen mit Herz: mit Kritik umgehen.

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Mit der Kritik ist das im Prinzip wie mit schlechten Noten in der Schule damals: manchmal findet man sie gerechtfertigt, manchmal fragt man sich, wie das denn so kann. Ich selbst kritisiere online nicht gern, weil ich daran glaube, dass Jeder das Recht dazu hat, seine Meinung kund zu tun und wenn ich nicht einverstanden bin, dann schreibe ich nichts dazu, sondern klicke einfach weiter. Es kommt natürlich immer darauf an, worum es geht. Wenn es nun eine schreiende Ungerechtigkeit ist oder partout nicht mit meinen Wortvorstellungen einher geht, dann verliere ich schon mal ein kritisches Wort. Allerdings niveauvoll und (aus meiner Sicht) niemals ungerechtfertigt.

Neulich tauchte dann aber hier die Frage auf, wie ich denn mit kritischen Kommentaren in meinem eigenen Blog umgehen würde. Ich bin in der (glücklichen?!) Lage, bisher nur ganz wenige kritische Kommentare bzw. nicht in verletzendem Maße kritischen Kommentare erhalten zu haben. Denn ich glaube, ich kann mit Kritik selbst schlecht umgehen. Weil doch so viel Arbeit im Blog steckt, so viel Liebe. Und wenn das kritisiert wird, dann tut das doch irgendwie weh. Wobei, Kritik in Maßen kann ich ertragen.

Nun ist aber ja aber zunächst auch die Frage zu klären, was genau Kritik bedeutet. Es gibt unterschiedliche Arten von Kritik: jene Kritik, die wir als „konstruktiv“ bezeichnen, die also dazu anregt, umzudenken oder etwas aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und die zerstörende Kritik, die eigentlich nur zum Ziel hat, dass man sich schlecht fühlt. Wenn mir also Jemand schreibt, dass man ein Argument, das ich gebracht habe, auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann, dann ist das konstruktiv, denn es regt mich zum Nachdenken an. Wenn mich Jemand aber persönlich angreift, dann ist das dekonstruktiv und hat nur zum Ziel,  mich zu verletzen.

Hier auf meinem Blog veröffentliche ich viele DIY Projekte, Einblicke in mein Erinnerungsbuch, Rezeptideen, Fotos meiner Heimat und so weiter. Die Persönlichkeit, die hier also in die Tasten haut, spielt also durchaus eine Rolle. In den letzten Jahren ist mein persönliches Erleben aus meiner Sicht eher in den Hintergrund gerückt und die Anleitungen und anderen Ideen in den Vordergrund. Auch das hat etwas mit möglicher Kritik zu tun, denn ich möchte nicht für die Person, die ich bin, angegriffen werden. Letztendlich soll mein Blog unterhalten und zu Diskussionen einladen.

Schweife ich ab? Vielleicht schweife ich ab. Zurück also zum Umgang mit Kritik.

Mit Kritik umgehen, das ist bestimmt nicht einfach. Nicht überreagieren, lautet die Devise, denn ich unterstelle dem Schreiberling einfach mal den Drang dazu, konstruktiv dazu beitragen zu wollen, dass etwas besser wird. Die Höflichkeit wahren, das finde ich auch richtig. Nicht abwertend werden, auch wenn einem vielleicht danach ist. Und dann auf das Gesagte reagieren, und sei es nur, dass man schreibt, dass es in jedem Fall ein Denkanstoß ist. Wenn man darauf hingewiesen wird, dass eine Sache vielleicht sogar falsch geschildert ist, dann ist es doch wirklich hilfreich.

Kritik, die nur darauf abzielt, einen selbst zu verletzen, würde ich einfach ignorieren bzw. nachfragen, wie es gemeint sein kann, um zu vermeiden, vielleicht etwas falsch zu verstehen.

Um sich vor kritischen Anmerkungen gänzlich zu schützen, müsste man die Kommentarfunktion auf dem Blog einfach gänzlich ausstellen – und ich finde, dadurch geht Vieles von dem Gemeinschafts- und Teilgedanken beim Bloggen verloren. Schade wär’s!

Wie ich ja schon erwähnt habe, halte ich mich meistens mit kritischen Äußerungen zurück. Vielleicht ist das richtig, vielleicht sollte ich aber auch üben, Kritik zu äußern, ohne gleich das Gefühl zu haben, Jemandem auf den Schlips zu treten.

Kritik hat mir in meinem Leben, so schwer sie auch für mich auszuhalten ist, immer wieder geholfen, Dinge anders zu betrachten und etwas zu ändern.

Ich wünsche euch und letztendlich auch mir, dass genau dieses Ändern auch ein Ergebnis von Kritik auf’m Blog ist.

Wie steht ihr zu Kritik, im Allgemeinen und speziell auf den Blog bezogen? Habt ihr Erfahrungen damit, kritisiert ihr vielleicht selbst? Schüchtert euch Kritik ein? Wollt ihr Kritik?

Ich wünsche euch einen grandiosen Donnerstag und sende

Alles Liebe,

Katja

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13 Gedanken zu “Bloggen mit Herz: mit Kritik umgehen.

  1. giftmischerin86 schreibt:

    Hallo Katja,
    also meistens halte ich es wie du und überlese vieles was mich nicht anspricht. Einmal habe ich wirklich Kritik geübt als es um ein Thema ging bei dem ich wirklich Rot sehe (Kindesmissbrauch) und bin selbst hier nicht unverschämt geworden sondern hab einfach meine Meinung dazu gesagt und das sie sicher aus meinen eigenen Erfahrungen raus entstanden ist… und wurde dafür ganz böse angegangen! Seitdem spare ich mir oft Kritik auch wenn es mich sehr ärgert.
    Ansonsten bei einfacheren Themen, wenn ich ein Shampoo zum Beispiel nicht so toll finde oder eben doch toll finde oder ein Rezept bei mir daneben gegangen ist schreibe ich es einfach so.
    Ich hoffe auch immer das ich mit meiner direkten Art nicht zu sehr an-ecke, geschrieben kann man immer viel reininterpretieren und man kennt die Person dahinter nicht.

    Schwieriges Thema. Sicherlich liegt es auch an einigen Vorkommnissen in meiner Vergangenheit (im echten Leben) das ich nicht nur auf dem Blog meine Meinung oft zurückhalte.
    Eigentlich blöd.

    Liebe Grüße
    Claudia

  2. danielaharkener schreibt:

    Liebe Katja,

    vielen Dank für deinen wunderbaren Beitrag. Ich denke keiner ist scharf auf Kritik. Selbst wenn sie konstruktiv ist, bricht derjenige, den sie trifft, nicht in Begeisterung aus. Generell halte ich es mit Kritik so, dass ich für mich prüfe, ob es sich um sachliche oder persönliche Kritik geht. Im Falle der sachlichen Kritik prüfe ich, ob sie wirklich konstruktiv ist und auch das Motiv hinter der Kritik. Ist es einfach nur Kritik um mir etwas madig zu machen, oder mich zu verunsichern, dann landet sie gedanklich in der Tonne. 😉 Im Falle der persönlichen Kritik gehe ich erst mal ganz tief in mich und kontrolliere für mich, warum es bei mir als Kritik ankommt. Irgendwie scheint mich das Thema ja dann schon zu treffen und ich schaue dann für mich, warum das so ist. Auf meinen Blog bezogen, kann ich dir da nur zustimmen. Es hängt viel Herzblut und Arbeit drin, ist auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, sehr persönlich. Ich finde du hast eine super Strategie um damit umzugehen. Gelassen bleiben und mit Höflichkeit reagieren ist aus meiner Sicht eine absolut souveräne Möglichkeit um mit Kritik umzugehen.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag
    Daniela

  3. Alex L schreibt:

    Hallo Katja,
    ich habe auf meinem Hauptblog ein paar Kritiker, die gerne ihre Meinung kundtun. Ein paar Mal fand ich die Kritik ungerechtfertigt, aber oft war es konstruktiv und hat mir dabei geholfen, mein Blog besser zu gestalten und einiges umzusetzen.

    Ich selbst kritisiere selten, gebe meistens Hinweise, wenn etwas zum Beispiel in den Kommentaren nicht stimmt oder wenn mich die Schrift im Blog zu sehr stört. Dann wird es geäussert, was aber auch nett gemeint ist und ich sehe es als Leser und Kommentierer.

  4. limalisoy schreibt:

    Hallo Katja,
    wie immer triffst du mit deinen Gedanken und ehrlichen Worten genau den richtigen Nerv! Kritik kann unglaublich hilfreich sein, wenn sie nur unmissverständlich formuliert wird und den richtigen Ton trifft. Immerhin hat ein Verfasser ja etwas auf dem Herzen, wenn Kritik geübt wird. Ich für meinen Teil habe arge Probleme, wenn mich jemand auf der persönlichen Ebene kritisiert, denn das nehme ich mir unglaublich zu Herzen. Damit kann mir die ganze Laune verdorben werden, denn so einfach kann ich es nicht ausblenden. Im echten Leben wahre ich dann eine neutrale Fassade, die dann in sich zerfällt, sobald ich allein bin. Das kann sich manchmal schon Tage hinziehen, weil ich es eben nicht einfach ausblenden kann. Konstruktive Kritik, die mit der Sache und nicht mit der Person zu tun haben, ist davon ausgeschlossen. Hier kann ich genau verstehen, was und warum (aus Sicht des Kritikers) nicht gelungen war. Hier kann ich reflektieren, hinterfragen und auf die Sache projizieren und mich dann letztendlich selbst fragen, wie ich die Sache bewerten möchte. Meistens dient sie aber dazu, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und ist daher hilfreich. Die direkte Art finde ich dabei aber ok, wenn der Ton und die Worte stimmen. Was bringt es uns, in einen Wortschwall eingehüllt zu werden? Stundenlanges Gefasel um den heißen Brei (ich neige zu Übertreibungen) kann vom eigentlichen Tenor der Aussage ablenken und was wird dann damit erreicht? NIX!
    Ohnehin halte ich es so wie du und meine Vorschreiben Claudia: was mich nicht interessiert, ist auch keiner Kritik wert. Kommentare setze ich nur bei lohnenswerten Artikeln, um Mut zu machen, Zuspruch zu geben oder aber auch meine ehrliche Meinung beizutragen, sofern der Artikel diese einfordert.
    Liebe Grüße
    Yvonne

  5. Mit Stift und Faden schreibt:

    Liebe Katja,

    danke für diesen tollen Beitrag! Die Sache mit der Kritik im Internet ist wirklich verzwickt. Im Leben 1.0 kritisiere ich, wenn es sein muss schon ab und an mal. Gerade, wenn es darum geht etwas richtig zu stellen, ist Kritik doch etwas, was mir hilft und mich nach vorne bringt. Ich bin froh, wenn mir jemand sagt, dass ich gerade Schund erzähle und dass die Sache doch ganz anders aussieht. So wird das gleich klar gestellt und ich lerne noch etwas dabei. Nur konstruktiv sollte Kritik schon sein, beleidigen lassen möchte ich mich nicht!

    Im Internet handhabe ich das meistens so wie du, ich klicke weiter, wenn mir etwas nicht gefällt. Ich lese meistens Blogs, in denen es um Genähtes, Dekoriertes, Gekochtes usw. geht. Ich finde es unnötig jemandem zu sagen, dass mir etwas nicht gefällt. Geschmäcker sind halt verschieden. Und ich werde ja nicht danach gefragt, ob ich es mag. Ich finde aber schon, dass man z. B. bei einer Anleitung schon schreiben sollte, wenn etwas so gar nicht funktioniert oder ein Rezept völlig misslingt. Damit helfe ich ja anderen auch oder ich lerne noch etwas dazu, weil es mir nochmal verständlich erklärt wird und es dann doch klappt.
    Aber egal wie man es handhabt, man sollte niemals beleidigend werden…auch wenn man selbst beleidigt wurde. Man möchte den Trollen ja nicht noch Futter geben. 🙂

    Liebe Grüße, Janine

  6. rotziundbaerchen schreibt:

    Was mir aufgefallen ist, ist dass ich mündliche, also direkte Kritik viel weniger vertrage als geschriebene Kritik. Bei ersterem fühle ich mich schnell persönlich angegriffen oder beschämt und unter Druck gesetzt. Ich bin dann auch einfach unsicher, wie ich auf den Kommentar reagieren soll, und habe das Gefühl nicht die Zeit zu haben über das Gesagte nachzudenken. Es gibt hier so etwas wie eine Antwort-Verfallzeit – entweder reagiert man sofort oder eben gar nicht. Wenn es aber in geschriebener Form vor mir liegt bin ich meistens alleine und in meiner gewohnten, „sicheren“ Umgebung. Ich habe Zeit die erste Gefühlsregung vorbei ziehen zu lassen und kann mich dann mit dem tatsächlichen Inhalt der Kritik auseinandersetzen! Außerdem gibt es nicht wirklich eine Antwort-Verfallzeit.

    lG, Rotzi

  7. Jessica schreibt:

    Wenn Kritik richtig erfolgt, also konstruktiv und nicht destruktiv, darf sie berechtigt sein. Wie du schon schreibst, oft sind es die anderen Sichtweisen der Menschen. Aber auch, wie man sie selbst aufnimmt. Ich kenne das von mir, es hängt von meiner Tagesform ab, wie ich die Kritik aufnehme 😉 Wenn sie mich zu sehr trifft, versuche ich immer einen Schritt zurück zu machen, runter zu kommen und mich, wenn ich wieder entspannter bin, erneut der Kritik zu stellen.
    Beim Blog ist mir das noch nicht passiert, aber ich blogge ja nicht so viel 😉

    Viele Grüße, Jessica

  8. Happy in April schreibt:

    Ich finde dass in den diy-blogs die Leute in den Kommentaren sehr höflich miteinander umgehen. Ich glaube es würde mir sehr schnell die Lust nehmen, was Selbstgenähtes zu posten, wenn ständig blöde Kommentare kämen. Gut finde ich, wenn Leute in Kommentaren Ratschläge geben, wenn was z.B. nicht 100% gelungen ist. Also das was du konstruktiv nennst. Dieses Kuschelkommentieren führt meiner Meinung nach aber manchmal auch dazu, dass Sachen hochgelobt werden die einfach nur scheusslich sind, wo der Stoff zum Weglaufen ist oder einer Person etwas einfach nicht steht. Bisher hab ich mich noch nicht getraut, die Wahrheit zu schreiben. Bei einer Freundin würde ich das machen, aber bei Unbekannten und dann öffentlich, das geht nicht.

  9. Katja schreibt:

    Hallo Claudia!
    Danke für dein Feedback… und genau, wie du es sagst, meine ich es auch. Man kann leider online manchmal nicht verhindern, dass das „Gegenüber“ das Geschriebene missversteht. Und dann entsteht ganz schnell ein Konflikt, der eigentlich keiner sein muss.
    Das ist manchmal sehr schade…
    Liebe Grüße,
    Katja

  10. Katja schreibt:

    Liebe Daniela,

    vielen Dank für deine Worte, die tun sehr gut und geben noch einmal ein wenig mehr Sicherheit, dass es so in Ordnung ist. Merci!
    Katja

  11. Chris schreibt:

    Moin und stürmische Grüße von der Insel!

    Ich bekomme gerne sachliche Kritik.
    Online wie Offline.
    Denn Sie zeigt, dass sich Menschen wirklich mit den Inhalten beschäftigt haben. Und eben nicht einfach nur alles abnicken oder mal schnell den blöden Daumen hoch posten.
    Ich freue mich also irgendwie immer, wenn jemand mir gegenüber ehrlich ist. Auch wenn ich der typische Debatiermann bin, der dann immer auf Teufel komm raus versucht sich zu rechtfertigen und meine Meinung / Aussage doch als richtig rüberzubringen.

    Online bekomme ich, zumindest auf dem Blog, tatsächlich quasi eh keine Kommentare, und wenn doch sind die eigentlich ausschließlich positiv.
    Ich kommentiere allerdings selbst auch seeehr selten, denn ich finde es immer ziemlich dumm und nervig, der 20te zu sein der sagt „Boah, voll die tolle Idee / Krass, das wollte ich auch schon einmal schreiben / ❤ ❤ ❤ / Oooah, ich lieeeebe alles was du tust" usw..

    Daher ist das Verhältnis bei meinen abgegebenen Kommentaren eher 5% Lob und 95% Kritik.
    Zumal ich gerne viel kluges lese und ich, Achtung Männermeinung, diesen ganzen Bastelkram in der Regel nie einen Kommentar wert finde. (Auch wenn ich mich natürlich freue, wenn Leute kreativ begabt sind).

    Ich muss aber auch noch etwas zugeben:
    Ich kritisiere auch selbst leidenschaftlich gerne im persönlichen Gespräch
    Denn so von Angesicht zu Angesicht kann eine kleine, zugespitzte Kritik einem mehr über Menschen erzählen und beibringen, als laaaaaaaange Diskussionen über Allgemeines.

  12. giftmischerin86 schreibt:

    Hallo Katja,
    vor allem finde ich sollte man andere Meinungen akzeptieren solange die nicht beleidigend oder so von sich gegeben werden.
    Klappt aber auch nicht immer 🙂
    Liebe Grüße
    Claudi

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